Surber-Areal, Zürich

Frischzellen fürs Quartier

Zusammen mit einer vorbildlichen Bauherrschaft wurde ein neues Stück Stadt geschaffen, das städtebauliche Aufwertung und Wohnqualität in ein Quartier im Umbruch bringen will.

Inmitten eines Durcheinanders von Wohnen, Gewerbe und Transitachsen liegt am Rande des Letzi-Quartiers das Surber-Areal, gleich vis-à-vis des künftigen Polizei- und Justizzentrum PJZ. Mit dem Wegzug des hier seit Generationen ansässigen Metallbaubetriebs war der Weg frei für eine Arealentwicklung, bei der das Verständnis von Stadt nicht an der Parzellengrenze endet. Ziel waren urbane, bezahlbare Mietwohnungen. Darüber hinaus wollte Züst Gübeli Gambetti der Stadt «etwas zurückgeben». Etwas, das im wahrsten Sinne eine einschneidende Veränderung bringt.

Ein Konglomerat von Bestandsbauten wurde so ergänzt, dass sich Volumen und Zwischenräume zu einem neuen städtischen Muster verweben. Dabei gab es auch eine städtebauliche Korrektur: Ein scharfer Einschnitt seitens der Ernastrasse bringt eine neue Gasse in die kollektive Erzählung des Quartiers. Mit einer vitalen Sockelzone gestärkt, soll sie für Leben zwischen den Häusern sorgen sowie den «Missing Link» zum PJZ-Areal schaffen. Ebenso dient sie als verbindendes Rückgrat für die beiden Wohnhöfe, die sich hinter den sechsstöckigen Häuserzeilen verbergen.

Während die Gasse als Herzschlagader fungiert, leisten der grosse Wohnhof wie auch der intime Atelierhof einen Beitrag für die Nachbarschaft. Resultat ist ein dichtes Gefüge unterschiedlicher Stadträume, was für atmosphärischen Reichtum sorgt. Dazu kommt die funktionale Verdichtung in der Gasse durch programmatisch offene Flächen und Split-Level-Ateliers, von wo aus Pioniernutzer den öffentlichen Raum kolonisieren. Die Gestaltung der Häuser referenziert dagegen Elemente aus der Quartierarchitektur. So bleiben sie über ihre Farbgebung, Formsprache und Materialität vielschichtig mit der Umgebung verknüpft. (MC)