«Milano», Kloten

Territorialer Marker

Aktuell schreibt Kloten an seinen Rändern kühne Geschichten. Ein neues Kapitel ist kooperativ entstanden. Ergebnis ist nicht nur mehr Raum, sondern auch mehr Handlungsspielraum. Für alle

Stadt mag überall sein, aber gewiss in unterschiedlicher Intensität. In Kloten spielt sich der Transformationsprozess in nie gekanntem Tempo ab. Vor dem Flughafen markiert der Dienstleistungsriese The Circle das andere Ende der Stadt, während sich am Gewerbestandort Balsberg ein weiterer komplementärer Pol zum Zentrum herauskristallisiert. Hier an städtebaulich brisanter Lage soll ein Kind kooperativer Planungskultur Impulse für das künftige Stadtgefüge eröffnen: Züst Gübeli Gambettis Neubau ist Markstein und Visitenkarte zugleich.

Der neue Stadtbaustein besetzt die Grenze zu Glattbrugg und gibt dem Ortseingang ein markiges Gesicht. Er steht auf dem Fundament eines Richtprojekts und Gestaltungsplans, das an einer der Hauptverkehrsadern ein Stück städtischen Strassenraum schaffen will. Baulich ist er eine Replik auf die Frage, wie man aus einem wirtschaftlich attraktiven Standort einen räumlich attraktiven Ort macht. Und dabei noch die Landschaft schont. Deshalb bietet der Achtgeschosser nicht nur eine erhebliche bauliche, sondern auch funktionale Verdichtung. Möglich wurde dies im engen Austausch mit der Stadt.

Der kompakte, auf Ökologie getrimmte Nutzungsstapel ist quasi eine Miniatur von Klotens Leitbild und reizt alle Potenziale aus. Direkt auf die Trottoir-Kante gesetzt, ruht er auf einem Sockel, der entlang der Straße einen vitalen Nutzungsmix entfalten soll. Dazu wird vor der zweigeschossigen Einkerbung eigens eine Bushaltestelle geplant, die für Publikum sorgt. Überhaupt liegt ein Augenmerk auf dem öffentlichen Raum, der hochwertig gestaltet und für jeden zugänglich ist. Auch Innen wird Wert auf Synergie-Effekte gelegt: Künftig wird hier gearbeitet, gegessen, Fitness betrieben, gepflegt, gewohnt oder altersgerecht residiert und das Dach zum kollektiven Gärtnern genutzt. (mc)