Effretikon, Brandriet- u. Rütlistrasse

Differenzierte Grossform

Nach Jahren eines selbstverordneten Bevölkerungsstopps soll Effretikons Zentrum wieder attraktiv werden – dank weitsichtiger Neuentwicklungen und qualitätsvoller Ersatzneubauten.

Eines dieser Areale befindet sich an der Nahtstelle zwischen dem wichtigen Entwicklungsgebiet «Bahnhof Ost» und dem beliebten Moosburg-Park. Leitidee war deshalb, möglichst alle Wohnungen des verlangten Ersatzneubaus an der privilegierten Parklage teilhaben zu lassen. Die städtebauliche Intervention reagiert in Form einer mäandrierenden Grossform. Sie geht dabei von einem eindeutigen, identitätsstiftenden Ganzen aus, das angemessen auf die unterschiedlichen Situationen reagiert.

Zum Park hin öffnet sie sich mittels zweier ausladend gestaffelter Wohnhöfe. Je nach Perspektive gehen diese in die Parklandschaft über – oder sie fangen umgekehrt deren Ausläufer ein. Zur Rietlistrasse sorgt diese Raumkonfiguration dagegen dank hofartiger «Einstülpungen» für den gebührenden Abstand zum Vis-à-Vis. Zugleich wird der Strassenraum definiert. Typologisch ergibt sich so vor allem der Vorteil, dass beinahe alle der 178 Wohnungen in den Genuss einer Parkausrichtung kommen – mit individuell leicht variierenden Perspektiven.

Durchstiche und Querungen im Erdgeschoss gewährleisten die geforderte Durchlässigkeit zum Park auch für die Quartiersanwohner. Überhaupt sind Wohnqualität und der Bezug zum Aussenraum wichtige Themen. Für die meist durchgestreckten Wohnungen bedeutet dies zwei gut dimensionierte Balkone zur Park- wie Strassenseite hin. Visuell erfolgt die Ausweitung der Wohnungen durch das Schaffen von Blickbezügen über einzelne Zimmer hinweg bis hin zu Ausblicken entlang am facettierten Baukörper in den Park. Eine Staffelung, die im Übrigen auch Belichtungsvorteile bringt sowie Intimität und Privatsphäre schafft. (mc)